| MAG3 |
| 501 Jahre Grosser Bauernkrieg | |
| [...] Die Speere der Zwerge und andere Waffen. | |
| Die brutale Niederschlagung des Volksaufstands war der Anfang einer jahrhundertelangen Geschichte rücksichtsloser Gewalt von Obrigkeiten: von den autoritären Feudalstaaten der frühen Neuzeit bis in die NS-Diktatur. 1525 begann der Weg in die Untertanengesellschaft. Die entfesselte Gewalt der Herren gegen ihre Untertanen und gegen frühe Forderungen demokratischer Teilhabe legte den Keim für eine Tradition der Unfreiheit und Unterdrückung. Der Volksaufstand im Jahr 1525 wollte einer gerechteren und freien Gesellschaft den Weg bereiten. In Zwölf Artikeln formulierten Angehörige der unteren Schichten, was sie von ihrer Herrschaft erwarteten. Die Antwort war blutig. Massaker, Straf- und Rachefeldzüge des Adels beendeten jede Hoffnung auf Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse und löschten die Aufständischen und ihre Familien regelrecht aus. Hinzugefügt sein soll noch, ob es sich bei den Bauernkriegen, die bürgerlichen Revolutionen oder die große sozialistische Oktoberrevolution handelt, in allen Fällen gelang es dem Kapitalismus, seine Gegner früher oder später doch zu besiegen. Letztlich waren Erhebungen immer nur dort erfolgreich, wo die Bauernschaft ein tragfähiges Bündnis mit dem Proletariat eingehen konnte. Eine Lehre, die uns auch heute noch anleiten sollte. Denn die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, mag sie auch andere Formen angenommen haben, ist ob der technischen Möglichkeiten heute umfassender denn je. |
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ERÖFFNUNG: DIENSTAG 24.MÄRZ 2026 19:00 UHR | |
| Vorwort: Gue SCHMIDT (projektraum MAG3) Vortrag zum Bauernkrieg: Dr.Wolfgang MADERTHANER (Historiker) |
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Die Bauernrevolten mobilisieren chiliastische, endzeitliche Erwartungen, Visionen einer gerechten Welt der Gleichen und der Freien, jenseits aller Hierarchien von Stand und Geburt. In konkretem Aufruhr und allseitiger Loyalitätsverweigerung manifestiert sich der unbedingte, allumfassende Wille zum Paradies auf Erden (Ernst Bloch), wird mit ungeheurem Nachdruck der ewige Menschheitstraum eines gottgefälligen irdischen Daseins in Freiheit und Frieden mobilisiert, von aller feudalen Last und Fron, von jeglicher Untertänigkeit der Person, jeglicher Form der verhassten Leibeigenschaft für immer und alle Zeit befreit. Zwei herausragende, in Qualität und Perspektive einzig dastehende Manifeste Michael Gaismaiers Tiroler Landesordnung und die anonym verfassten Vierundzwanzig Artikel gemeiner Landschaft Salzburg loten die Grenzen des zu dieser Zeit gerade noch Denkmöglichen aus. Analyse und Handlungsanleitung zugleich, wird nicht nur ein überzeitliches Widerstandsrecht postuliert, die kompromisslose Auflösung des Feudalsystems überhaupt steht zur Debatte. Mit Berufung auf das reine Evangelium, gegen den grundbesitzenden, ausbeuterischen, parasitären Adel ebenso gerichtet wie gegen eine korrupte, ihrem innersten Wesen nach verkommene römische Amtskirche. (Wolfgang Maderthaner, 2026) |
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DAUER: 24.03. - 22.04 2026 | ZEITEN: Di.-Fr. 17:00-20:00 Uhr |
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projektraumMAG3, SCHIFFAMTSGASSE 17, A 1020 VIENNA/ AUSTRIA/ EUROPE (ERREICHBAR ÜBER U2 TABORSTRASSE ODER U4 SCHOTTENRING/ AUSGANG U2 HERMINENGASSE) Tel: +43 676 3409218 / EMAIL: mag3@mur.at |