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Julian Feyerabend + Oskar Hummer

POOL
2001 / Relbiorec. 065 / Dauer 11´23´´


Forme Ton und bilde ein Gefäß ist die Leere, die es brauchbar macht. Schneide Tür und Fenster aus, damit ein Raum entsteht: Es sind die Löcher, die ihn brauchbar machen.
Also kommt Gewinn durch das, was da ist. Brauchbarkeit durch das, was nicht da ist. (Lao-tzu II, tr. Gia-fu Feng I, n.p., mod.auct.)
POOL,
hat seine Wortwurzel im Englischen und bedeutet: Teich oder Tümpel, Pfütze oder Lache, (Schwimm) Becken, Schmelzbad. Weiters (Gesamt)Einsatz, (Spiel)Kasse, Kartell, Ring, Interessengemeinschaft, Arbeitsgemeinschaft, Abkommen, gemeinsamer Fond, Auswahl, etc., etc... Auch Gewinne zusammenlegen und verteilen (wirtschaftlicher Terminus).
Als Grundlage für die Arbeit dienten Geräusche und Klänge, durch Luftzufuhr in Wasser verursacht, welche die tonale Komplexität aller in der Natur vorkommenden Geräuschstrukturen verkörpern, beziehungsweise sich darin subsumieren und hier anhand dieses Laborbeispiel dargestellt werden.
Die Klangfülle dieser Wassergeräusche aber auch ihre undefinierbare Differenz, sind der normalen akustischen Wahrnehmung nur bis zu dem Grad zugänglich, als sie sich in ihrer Struktur nach mehr oder weniger klar von der Struktur ähnlich gelagerter Geräusche und ihren entsprechenden Klangfarben unterscheiden und somit auch verifizieren lassen, was aber ihrer Komplexität nach eher als unmöglich erscheint, da die menschliche Rezeptionsfähigkeit nur eben einen Auschnitt der Gesamtheit des generell-spektralen Wahrnehmungshorizont umschließt.
"Dieses aber als Gesamtheit sich darstellende Einzelne resultiert aus der Reduktion der Gesamtheit und auf der Annahme menschlich-parametrischer Koordinatensystematik auditiver Wahrnehmung.Ó Im Vorgang strukturalistischer Reduktion fanden wir für das Werk POOL eine Verfahrensweise, welche sich uns in Verbindung mit den Möglichkeiten der Analyse, Isolierung oder Selektion, sowie Rekonstruktion, als adäquat verwendbares Mittel sich darstellte, um zu einem adequaten Ergebnis zu gelangen.
So gesehen ist Pool keine eigentlich musikalische, sondern viel mehr eher eine wissenschaftliche Arbeit, bei der sich die daran teilnehmenden "ForscherÓ eines Mechanismus oder besser einer Methodik bedienten, wie sie auch als Arbeitsgrundlage in der allgemeinen Mechanik Verwendung findet und am Beispiel der Arbeit POOL seine Verkörperung fand.
Der Aufbau der Arbeit gliedert sich in folgende Schritte / die Satzbezeichnungen: 1. Analyse
2. Verdichtung
3. Transposition
4. Reduktion
5. Isolation oder Selektion
6. Rekonstruktion
In diesem Zusammenhang würde auch die Frage, ob und wie Stille wahrgenommen werden kann, oder wo sie als solche vorkommt, oder ob Stille überhaupt wahrnehmbar ist, gestellt werden müssen.


Julian Feyerabend:

1947 geboren in Palo Alto/ Kalifornien. Lebt hauptsächlich in Oaxaca/ Mexiko und in Wien. Studium der Psychologie
und der Verhaltenswissenschaften, sowie Musik und Bildhauerei. Verschiedenste Texte zu Kunst und Kultur. Zahlreiche Reisen nach Lateinamerika und Asien. Arbeitet als Performance-Künstler und Plastiker in Nord-, Mittel- und Südamerika

Oskar Hummer:

1951 geboren in Laxenburg/ Österreich. Lebt in Zürich und Wien. Studium der Malerei an der Hochschule der Künste (HDK) in Berlin/ Deutschland. Klavierstudium seit frühester Kindheit. Freier Musiker und Maler.


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